Coding da Vinci Süd 2019

Der etwas andere Hackathon

Digitalisierung macht nirgendwo halt – auch nicht vor Kultureinrichtungen. Um das digitale Kulturerbe weiter zu entfalten, ist es wichtig, die oft getrennten Welten kreativer Technologieentwicklung und institutioneller Kulturbewahrung zusammenzuführen. Genau hier setzt Coding da Vinci an. Mit einem Kultur-Hackathon vernetzt die Initiative seit 2014 technikaffine und kulturbegeisterte Communities mit deutschen Kulturinstitutionen. Kultureinrichtungen stellen Kreativen und Codern offene Daten zur Verfügung, die diese in Apps, Websites, Visualisierungen oder interaktive Installationen verwandeln. 

Der Hackathon wurde als Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, des Forschungs- und Kompetenzzentrums Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland gegründet. Coding da Vinci hat das Ziel, nachhaltige Projekte zu schaffen. Anders als bei klassischen Hackathons haben die Teilnehmenden deshalb mehr Zeit, Softwareanwendungen zu entwickeln. Im Frühjahr 2019 kam Coding da Vinci erstmals nach Süddeutschland. Als einer von elf Partnern aus Bayern und Baden-Württemberg veranstaltete die MFG Baden-Württemberg Coding da Vinci Süd 2019.

Zum Auftakt präsentierten die Museen, Archive und Bibliotheken den Teilnehmenden ihre Daten beim Kick-off am 6. und 7. April 2019  in der Münchner Stadtbibliothek Gasteig. Gemeinsam werden dann Projektideen abgeleitet und Teams gebildet. Sechs Wochen lang entwickelten die Teams aus diesen Ideen funktionierende Prototypen, die bei der Preisverleihung am 18. Mai 2019 in der Tafelhalle Nürnberg der Öffentlichkeit präsentiert wurden.

Preisgekrönte Daten aus Baden-Württemberg

Mehrere der prämierten Projekten basierten auf Daten aus baden-württembergischen Kultureinrichtungen. So gingen die Auszeichnung „Funniest Hack“ und „Everybody`s Darling“, der von der MFG Baden-Württemberg geftiftete Publikumspreis, an 162 Ways To Die. Auf der Datengrundlage von 162 Jesuitentafeln aus dem Stadtmuseum Landsberg am Lech schuf das Team mit Kreatvität und Sinn für (schwarzen) Humor eine interaktive Installation rund um das das Ableben der einzelnen Mönche.

In der Kategorie „Best Design“ überzeugte COVER.BOUTIQUE, eine interaktive Kunstcollage, als „Most Useful Hack“ wurde mit Linked Stage Graph ausgezeichnet, eine Visualisierung der Aufführungsdaten und Fotografien des Stuttgarter Staatstheaters, bereitgestellt vom Landesarchiv Baden-Württemberg. Der Preis „Most Technical“ ging an das Team der Schmankerl Time Machine, einer Anwendung rund um digitalisierte historische Speisekarten.

Die Ergebnisse sind unter offener Lizenz veröffentlicht, so dass Kultureinrichtungen und die interessierte Allgemeinheit davon profitieren können.

Preise für Speisekarten und Jesuiten

Artikel zur Preisverleihung am 18. Mai 2019

 Annekatrin Baumann
Annekatrin Baumann

Projektleiterin Open Culture

Unit Medienprojekte und Services