Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Forschungsministerium investiert in Supercomputer

Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie digital@bw des Landes werden Forschungsinfrastrukturen in Baden-Württemberg ausgebaut und erneuert

Zur Finanzierung der HPC-Landesstrategie steht bis 2024 eine halbe Milliarde Euro zur Verfügung | Bild: Unsplash/Thomas Kvistholt

Spitzenforschung produziert immer mehr Daten, nutzt immer komplexere Simulationsmodelle und braucht deshalb höchste Rechenleistung sowie schnelle Datenspeicher: Ob mehrere Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde, ein Speichersystem, das im Sekundentakt den Inhalt von 20 DVDs aufnehmen kann oder ein Supercomputer, der etwa 100.000-mal so schnell ist wie einer unserer Laptops: Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt mit seiner High Performance Computing (HPC) und Data Intensive Computing (DIC) Strategie im Rahmen der Digitalisierungsstrategie digital@bw den Ausbau und die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur im Land. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat der baden-württembergischen Strategie nun „einen wegweisenden Modellcharakter“ und eine Vorbildfunktion für andere Länder bescheinigt. Zur Finanzierung der HPC-Landesstrategie steht eine halbe Milliarde Euro über den Zeitraum 2017 bis 2024 zur Verfügung.

Digitale Infrastruktur ermöglicht Innovation

„Spitzenforschung ist heute ohne Simulationsverfahren auf Höchstleistungsrechnern nicht mehr denkbar. Damit in Baden-Württemberg exzellent geforscht werden kann, investieren wir in Supercomputing auf internationalem Top-Niveau. So erhalten wir unsere internationale Spitzenposition des Wissenschafts- und Wirtschaftsstandortes Baden-Württemberg und ermöglichen mit dieser digitalen Infrastruktur vielversprechende Innovationen im Land“, sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am Sonntag, den 19. August, in Stuttgart.

„Die Empfehlung der renommierten Deutschen Forschungsgemeinschaft bestätigt uns auf dem Weg, den Baden-Württemberg mit der Landesstrategie eingeschlagen hat. Für eine erfolgreiche Umsetzung der HPC/DIC-Landesstrategie sind damit die Weichen gestellt“, so Wissenschaftsministerin Bauer.

Maßnahmenpaket für Baden-Württemberg

Um die Grundlagen für exzellente Forschungsinfrastrukturen zu legen und bestehende Infrastrukturen zu erneuern, hat das Ministerium der Deutschen Forschungsgemeinschaft Anfang des Jahres ein landesweit abgestimmtes Antragsbündel für HPC- und Daten-Infrastrukturen in Baden-Württemberg vorgelegt:

  • Erweiterung der Large Scale Data Facility 2 an der Universität Heidelberg und dem KIT, die insbesondere von den Fachrichtungen Lebenswissenschaften, Astrophysik, Hydomechanik und Medizin genutzt wird; ein Speicherdienst als wichtiger Bestandteil der aufzubauenden BW-Datenföderation
  • Erneuerung des bwForClusters „Justus“ an der Universität Ulm zur Basisversorgung der Fachdisziplinen theoretische Chemie, Quantenphysik und Physik der kondensierten Materie im Land Baden-Württemberg; ein Rechencluster als wichtiger Bestandteil der landesweit abgestimmten HPC-„Versorgungspyramide“
  • Erstbeschaffung eines Storage for Science (bwSFS) an den Universitäten Freiburg und Tübingen, der insbesondere von den Fachrichtungen Bioinformatik, Elementarteilchenphysik, Geowissenschaften und Neurowissenschaften genutzt werden wird; ein Speicherdienst als wichtiger Bestandteil der aufzubauenden BW-Datenföderation mit besonderer Beachtung des „Lebenszyklus“ von Daten
  • Erneuerung des bwUniClusters am KIT zur allgemeinen Grundversorgung im Rahmen der landesweit abgestimmten HPC-„Versorgungspyramide“. Mithilfe dieses Systems sollen auch neue Nutzergruppen an das Höchstleistungsrechnen herangeführt werden.

„Unser Maßnahmenpaket zeigt: Wir sind in Sachen Hoch- und Höchstleistungs-rechnen flächendeckend bestens aufgestellt. Unsere Landesstrategie wird gemeinschaftlich von allen Landesuniversitäten vorangetrieben. Von den Rechenleistungen profitieren alle Fächer“, so Bauer abschließend.

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Mehr Infos:

DFG bescheinigt BW-Landesstrategie wegweisenden Vorbildcharakter
digital@bw
Deutsche Forschungsgemeinschaft

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