Vom True-Crime-Escape-Room bis zu Augmented-Reality-Abenteuern: Sieben Museen in Baden-Württemberg entwickeln neue Spielformate für ihre Ausstellungen, die Besucher*innen aktiv einbeziehen und neue Zugänge zu Museumsinhalten eröffnen.
Möglich macht das das MFG Förderprogramm Level Up! Gamification im Museum, gefördert vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg. Eine Fachjury wählte aus zahlreichen Bewerbungen sieben Projekte aus. Die Museen erhalten jeweils bis zu 10.000 Euro für die Umsetzung und werden durch Expert*innen begleitet.
“Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den Museen und sind gespannt auf die Umsetzung der Ideen sowie auf die gesammelten Erfahrungen rund um Gamification und digitales Gaming im Museumsbereich. Jetzt werden Good-Practice-Beispiele für die Museumslandschaft in Baden-Württemberg generiert”, sagen Sophia Kirner und Corina Langenbacher, als Projektleiterinnen im MFG Kompetenzfeld Digitale Kultur verantwortlich für "Level Up!".
Diese Projekte werden gefördert
“Level Up!” fördert digitale Angebote im Bereich Gamification und digitales Gaming sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Museum und mit regionalen Partner*innen. Die Projekte sollen nachhaltig in den Organisationen verankert werden.
Diese Projekte hat die Fachjury ausgewählt:
- Hällisch-Fränkisches Museum, Schwäbisch Hall: Mord im Hospital - Ein hybrider Escape-Room
Das Museum entwickelt einen Escape Room für junge Erwachsene, der True-Crime-Formate, Investigation und Entscheidungsfindung mit historischer Quellenarbeit verbindet. Teilnehmende bewegen sich in einer rekonstruierten frühneuzeitlichen Stadt und erschließen historische Ereignisse. - Kunstmuseum Heidenheim: Kinder von Schloss Hellenstein – alle haben Rechte
Das Kunstmuseum Heidenheim setzt ein intergenerationelles Augmented-Reality-Spiel um, das primär die Rechte von Kindern und Jugendlichen gemäß der UN-Kinderrechtskonvention behandelt. Den Kern der Vermittlung bildet das Nachdenken über kulturellen Wandel und historische Veränderung. - Kunstmuseum Singen: Vom Workshop zur Schnitzeljagd 2.0 - Partizipative Entwicklung eines hybriden Vermittlungsformats zur Kunst im öffentlichen Raum
Die Verantwortlichen konzipieren und erproben eine hybride “Schnitzeljagd 2.0”, die analoge und digitale Elemente verbindet und Kunstvermittlung und Spielerlebnis nachhaltig zusammenführt. - Linden-Museum Stuttgart: Critical Play: Geschichte, Perspektiven und Entscheidungen
Das kulturelle Erbe des Linden-Museums soll für junge Zielgruppen niederschwellig und zeitgemäß zugänglicher gemacht werden. Besucher*innen treffen statt auf Erklärtexte auf spielerische Entscheidungsstationen, die architektonische Symboliken, institutionelle Narrative und koloniale Zustände vermitteln. - Stadtmuseum Tübingen: Dark Academia: Die dunklen Geheimnisse der Universität Tübingen
Das Stadtmuseum realisiert interaktive Forschertische als Add-on zum Ausstellungsraum “Tübingen und die Universität” in der Dauerausstellung. Die Tische stehen im Zentrum einer atmosphärischen “Dark Academia”-Bibliothek und verbinden haptisches Entdecken mit KI-Storytelling und kritischer Reflexion. - Unimog-Museum, Gaggenau: Unimog Explorer - Challenge
Entstehen soll ein interaktiver Tablet-Tisch, der speziell für die Nutzung durch Kinder und Jugendliche konzipiert ist. Er macht es unter anderem möglich, einen Unimog aus einzelnen Bauteilen digital zusammenzusetzen und mit Rätseln, Schätzfragen und Zuordnungsaufgaben relevantes Wissen zu vertiefen. Zeppelinmuseum Friedrichshafen: Case closed? Ein hybrides Gaming-Format zu NS-Geschichte und Medienkompetenz
Es wird ein Proof-of-concept für eine Vermittlungsstation entwickelt, die zukünftig als Teil der Dauerausstellung das Thema Aufarbeitung der NS-Geschichte vertiefen soll. Historischer Ausgangspunkt ist die Lebensgeschichte von Hugo Eckener, zentraler Akteur des Zeppelin-Unternehmens und bis heute identitätsstiftende Figur.






