„Wir Frauen in der Games-Branche müssen lauter werden“

Die 24-jährige Sima Spielmann ist auf dem besten Weg sich als Games-Entwicklern in Baden-Württemberg zu etablieren. Im MFG-Interview verrät sie, warum sich mehr Frauen in die Gamesbranche trauen sollten

Screenshot von Sima und Kai in einem Zoom-Meeting
Sima (links) hat zusammen mit Kai (rechts) das Games-Studio Torched Hill gegründet. | Bild: Torched Hill

Sima Spielmann fasziniert sich schon seit sie klein ist für Games. Damals, so erzählt die 24-jährige Weinheimerin heute, ist sie durch ihren Bruder zum Spielen gekommen. „Zuhause haben wir schon immer Videogames gezockt und während der Schulzeit wusste ich bereits, dass ich mal etwas Künstlerisches machen möchte“, sagt Sima. Ihrem künstlerischen Weg ist Sima treu geblieben: Mittlerweile entwickelt sie selbst Games.

Sima ist angehende Games-Entwickler*innen und eine der wenigen Frauen, die den Schritt in dieses Berufsfeld wagen. „ Ich finde es schade, dass es so wenig Frauen in der Branche gibt“, sagt Sima. Ihrer Meinung nach fehlen weibliche Vorbilder aus der Tech-Branche. „Viele Frauen wollen, aber trauen sich nicht. Ich muss zugeben, dass die Gamesbranche leider echt ein hartes Pflaster ist“, so die Designerin weiter.

Auf der Suche nach einem Praktikum hagelt es Absagen

Denn dass es gar nicht so einfach ist, in der Gamesbranche Fuß zu fassen, das hat die 24-Jährige am eigenen Leib erfahren. Als sie Anfang letzten Jahres auf der Suche nach einer Praktikumsstelle war, hagelte es immer wieder Absagen. „Jungen Talenten wird einfach keine Chance gegeben“, sagt Sima.  „Ein Praktikum dient ja zum Lernen aber Firmen - und in der Games Branche insbesondere - setzen dann trotzdem lieber auf diejenigen, die schon Berufserfahrung haben.“ Durch all die Absagen fehlte ihr der Glauben an sich selbst. „Es braucht einfach mehr Chancen für junge Menschen in der Branche!“, fordert sie deshalb heute.

Doch ihren Traum von Game-Design wollte die Studentin nicht aufgeben. Deshalb nahm sie an Game-Jams teil und erzählte ihren Kolleg*innen – sie arbeitet halbtags bei einer Softwarefirma – von ihrem Traum, Games zu entwickeln.

Mittlerweile ist sie Ihrem Traum Vollzeit als Games-Entwicklerin arbeiten zu können, ein großes Stück näher gekommen. Mit ihrem Arbeitskollegen Kai Hillenbrand hat sie einen Gleichgesinnten gefunden. Die beiden sind gerade dabei ihr erstesGames-Studio „Torched Hillzu gründen und ihr eigenes Spiel auf dem Markt zu bringen.

Wenn man Sima heute von ihrem Studio und ihrem Spiel „City of Beats“ reden hört, dann merkt man, dass sie mittlerweile ihren Wert kennt. Und anderen Frauen in der Tech-Branche Mut machen möchte. „Wir müssen uns mehr trauen. Wir Frauen in der Games-Branche müssen lauter werden und dürfen nicht einfach aufgeben“, sagt die Designerin.

Dafür tritt sie auch öffentlich ein. Auf Ihrem LinkedIn-Profil hat Sima einen Artikel verfasst, in dem sie Frauen ermutigt, an sich selbst zu glauben und dranzubleiben.

MFG Coaching-Programm Developer Boost zeigt sich bei Torched Hill erfolgreich

Denn aufgeben, das kommt für die Weinheimerin nicht in Frage. Ihren Kollegen Kai Hillenbrand hat sie kurzerhand überredet, sich für das MFG-Coachingprogramm Developer Boost zu bewerben. Mit dem Programm formt die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg Gamesschaffende zu Unternehmer*innen und macht sie in Sachen Marketing, Business und Recht fit. Zusammen mit drei weiteren Teams formten Sima und Kai ihr Studio durch gamesspezifische Coachings und bauten ihr Netzwerk in der Branche aus.

Das Programm scheint bei „Torched Hill“ Früchte zu tragen. Sima und ihr Partner Kai hatten während des Programms einige Gespräche mit Publishern und ein Investor zeigt bereits Interesse an ihrem Spiel. Denn neben Coachings und Insights von Expert*innen aus der Branche haben die Teams auch gelernt, wie man vor Publishern pitched. „Es ist cool das mal auszuprobieren und so einen Fuß in die Tür von Publishern zu bekommen“, sagt Sima.

 „Ich bin nicht naiv und möchte realistisch bleiben. Natürlich haben wir es noch nicht geschafft.“, ordnet sie den derzeitigen Stand von Torched Hill ein. Aber ihrem Ziel einmal in Vollzeit Games entwickeln zu können, dem ist sie im vergangenen Jahr doch ein gutes Stück näher gekommen.

Quelle: MFG Baden-Württemberg / Sina Götz

 

Mehr Infos:

Interview mit Torched Hill
Developer Boost

 

 

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