Hidden Sheroes von Ellinor Amini

Vergessenen Frauen der Geschichte ein Gesicht geben

Künstlerin Ellinor Amini zeigt ihr Projekt Mischa Kaleko
Mit ihrem Projekt Hidden Sheroes möchte Ellinor Amini vergessene Frauen der Geschichte wieder sichtbar machen  | Bild: Ellinor Amini / Hannah Katinka Beck

Die Ideentanke mischt die Buchwelt auf. Zum fünften Mal zeigen die MFG Baden-Württemberg und ihre Partner kreative Lösungen aus dem Südwesten für die Buch- und Medienwelt. Allerdings in einer anderen Form, als bisher gewohnt. In diesem Jahr findet die Buchmesse aufgrund der Corona-Pandemie digital statt. Auch die Ideentanke ist mit dabei: In zwei Talkrunden präsentieren sich die Teams und diskutieren mit Expert*innen aus der Praxis über Innovationen in der Buch- und Medienwelt.

Im Vorfeld der Buchmesse stellt die MFG-Redaktion die Teams in einer Interviewreihe vor. Wir starten mit dem Projekt „Hidden Sheroes“.

Die Idee

Ellinor Amini ArtDesign macht mit „Hidden Sheroes“ vergessene Frauen, die einen wichtigen Beitrag zu Geschichte und Kunst geleistet haben, wieder sichtbar. Namen und Gesichter der Heldinnen sind künstlerisch im öffentlichen Raum zu betrachten. Das Projekt endet aber nicht auf der Straße. Auf der Projekthomepage kann man die Geschichten der Sheroes nachlesen und ein Teil davon werden.

Der Steckbrief

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Ellinor Amini und freiberufliche Kunstdesignerin. Mit dem Projekt Hidden Sheroes mache ich vergessene Frauen der Geschichte wieder sichtbar — als Kunst im öffentlichen Raum. Viele Frauen haben im Laufe der Geschichte Großes geleistet. Doch das Phänomen der „Unsichtbarmachung“ der Frauen ist im Laufe der Geschichtsschreibung sehr häufig vorgekommen. Viele dieser Frauen haben einen bestimmten Fachbereich nachhaltig geprägt, sind aber außerhalb dieses Interessenkreises meist unbekannt.

Diese Frauen und ihre Taten sollen nun wieder in der Öffentlichkeit sichtbar werden — stellvertretend für viele weitere Frauen weltweit. Auf Verteilerkästen werden die Namen und Gesichter der Hidden Sheroes, also der verborgenen Heldinnen, wieder sichtbar. So wird die Erinnerungskultur im Stadtbild und der Gesellschaft vorangetrieben. Das Kunstwerk endet aber nicht auf der Straße: Über www.hiddensheroes.de kann man die spannenden Biographien der Sheroes nachlesen.

Wer soll sich deine Idee ansehen?

Das Projekt richtet sich an alle Orte, Unternehmen und Organisationen, die ihre Geschichte visuell aufarbeiten und darstellen möchten. Für Interessenten wie Städte und Gemeinden ist das Projekt individuell anpassbar, denn jeder Ort hat verborgene Heldinnen, die einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Angesprochen sind aber auch Firmen und Organisationen, denn das Projekt ist variabel und kann auf jedem Medium gestaltet werden.

Was ist deine Superpower?

Die Superpower der Hidden Sheroes ist die Vielseitigkeit und Wandelbarkeit in der Gestaltung und Umsetzung. Das Projekt ist offen, um Kooperationen mit Partnern aus Kulturbereichen, Industrie und Wirtschaft einzugehen und individuelle Designkonzepte zu erarbeiten.

Und was deine größte Challenge?

Die größte Superpower ist auch die größte Herausforderung: Anderen zu zeigen, wie vielseitig und wandelbar die Hidden Sheroes sind! Denn sie können nicht nur als Kunst im öffentlichen Raum visualisiert werden, die Verlegerin Sibylla Merian beispielsweise kann auch auf T-Shirts getragen werden und über die heutige Buchmesse wandeln, die Automobilpionierin Bertha Benz kann auf dem neusten Mercedes-Benz reisen und vieles mehr. Denn jede Geschichte hat ihre Hidden Sheroes, die nicht vergessen bleiben sollen.

Die Welt verändert sich gerade, was bedeutet das für dich?

Durch das derzeitige Weltgeschehen sind leider viele vorsichtiger geworden und nicht mehr so offen, neue Dinge einfach auszuprobieren. Das liegt sicherlich auch daran, dass die finanziellen Mittel überall eingeschränkt werden, besonders im Kulturbereich.

In Frankfurt oder  digital – was wäre für dich der Jackpot der Buchmesse?

Menschen zu treffen, die das Potential der Hidden Sheroes erkennen und offen sind, gemeinsam individuelle Designkonzepte zu entwickeln.

Deine bisher wichtigste Erkenntnis vom Ideentanke Coaching?

Storytelling und Networking sind das A und O.

Wenn deine Idee eine Geschichte wäre...

... dann könnte der/die Zuhörer*in selbst entscheiden, welche Geschichte erzählt werden soll.

Interview: Jana Bulling

Mehr Infos:

Ideentanke
Hidden Sheroes
Frankfurter Buchmesse

 

 

Kontakt

 Maria Rox
Maria Rox

Projektmanagerin Unternehmensentwicklung / Hochschulvernetzung

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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