Comeback für verborgene Heldinnen

Das Ideentanke Gewinnerprojekt „Hidden Sheroes“ gibt vergessenen Frauen der Geschichte ein Gesicht. Im MFG-Interview spricht Ellinor Amini über ihr Projekt

Künstlerin Ellinor Amini zeigt ihr Projekt Mischa Kaleko
Mit ihrem Projekt Hidden Sheroes möchte Ellinor Amini vergessene Frauen der Geschichte wieder sichtbar machen  | Bild: Ellinor Amini / Hannah Katinka Beck

Die Ideentanke mischt die Buch- und Medienwelt auf. Mit dem Wettbewerb zeigen die MFG Baden-Württemberg und ihre Partner kreative Lösungen aus dem Südwesten für die Buch- und Medienwelt. Von 20. bis 24. Oktober fährt die Ideentanke mit allen sechs Gewinnerteams zur Buchmesse nach Frankfurt. 

Im Vorfeld der Buchmesse stellt die MFG-Redaktion die Teams in einer Interviewreihe vor. Den Abschluss macht „Hidden Sheroes“. Die Art Designerin Ellinor Amini macht mit „Hidden Sheroes“ vergessene Frauen, die einen wichtigen Beitrag zu Geschichte und Kunst geleistet haben, wieder sichtbar. Namen und Gesichter der Heldinnen sind künstlerisch im öffentlichen Raum zu betrachten. Das Projekt endet aber nicht auf der Straße. Auf der Projekthomepage kann man die Geschichten der Sheroes nachlesen und ein Teil davon werden.
 

Wer bist du und was machst du?

Ich bin Ellinor Amini, freiberufliche Kunstdesignerin und mit dem Projekt HIDDEN SHEROES mache ich vergessene Frauen der Geschichte wieder sichtbar — als Kunst im öffentlichen Raum. Viele Frauen haben im Laufe der Geschichte Großes geleistet. Doch das Phänomen der „Unsichtbarmachung“ der Frauen ist im Laufe der Geschichtsschreibung sehr häufig vorgekommen. Viele dieser Frauen haben einen bestimmten Fachbereich nachhaltig geprägt, sind aber außerhalb dieses Interessenkreises meist unbekannt.

Diese Frauen und ihre Taten sollen nun wieder in der Öffentlichkeit sichtbar werden — stellvertretend für viele weitere Frauen weltweit. Auf Verteilerkästen werden die Namen und Gesichter der Hidden Sheroes, also der verborgenen Heldinnen, wieder sichtbar. So wird die Erinnerungskultur im Stadtbild und der Gesellschaft vorangetrieben. Das Kunstwerk endet aber nicht auf der Straße: Über www.hiddensheroes.de kann man die spannenden Biographien der Sheroes nachlesen.

Wer soll sich deine Idee ansehen?

Das Projekt richtet sich an alle Orte, Unternehmen und Organisationen, die ihre Geschichte visuell aufarbeiten und darstellen möchten. Für Interessent*innen wie Städte und Gemeinden ist das Projekt individuell anpassbar, denn jeder Ort hat verborgene Heldinnen, die einen wichtigen Beitrag geleistet haben. Angesprochen sind aber auch Firmen und Organisationen, denn das Projekt ist variabel und kann auf jedem Medium gestaltet werden.

Was ist deine Superpower?

Die Superpower der Hidden Sheroes ist die Vielseitigkeit und Wandelbarkeit in der Gestaltung und Umsetzung. Das Projekt ist offen, um Kooperationen mit allen einzugehen, denen das Thema genauso am Herzen liegt wie mir.

Und was deine größte Challenge?

Ein flächendeckendes Bewusstsein für diese Thematik zu schaffen und weltweit Frauen, gleichberechtigt wie Männer, in der Geschichtsschreibung und im Kanon eines jeden Landes oder einer Region zu verewigen. Denn nur, wenn Gleichberechtigung überall zu sehen und zu hören ist und Kinder mit gleichen Geschlechtervorbildern in Schulbüchern heranwachsen, kann die Gleichberechtigung in allen Gesellschaftsschichten weltweit verankert werden.

Die Welt verändert sich gerade, was bedeutet das für dich?

Durch das derzeitige Weltgeschehen sind leider viele vorsichtiger geworden und nicht mehr so offen, neue Dinge einfach auszuprobieren. Das liegt sicherlich auch daran, dass die finanziellen Mittel überall eingeschränkt werden, besonders im Kulturbereich. Nichtsdestotrotz lebt die Kunst und die Kulturbranche weiter, denn ohne sie, wären wir verloren!

In Frankfurt oder digital – was wäre für dich der Jackpot der Buchmesse?

Menschen zu treffen, die das Potential der HIDDEN SHEROES erkennen und offen sind, gemeinsam individuelle Kunst zu entwickeln.

Deine bisher wichtigste Erkenntnis vom Ideentanke Coaching?

Storytelling und Networking sind das A und O.

Wenn deine Idee eine Geschichte wäre...

... dann könnte der*die Zuhörer*in selbst entscheiden, welche Geschichte erzählt werden soll.

Interview: Jana Bulling

 

Mehr Infos:

Ideentanke
Hidden Sheroes
Frankfurter Buchmesse

 

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Kontakt

 Maria Rox
Maria Rox

Projektleiterin Unternehmensentwicklung / -vernetzung

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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