Stabile Stromversorgung für Kliniken

BW Goes Mobile-Gewinner*innen Laila Berning Andrew Bonneau Federico Castillejo und Saji Zagha stellen ihr Projekt Noor Medical vor

Noor Medical hat sich 2019 gegründet und möchte Kliniken eine stabile Stromversorgung ermöglichen
Noor Medical hat sich 2019 gegründet und möchte Kliniken eine stabile Stromversorgung ermöglichen | Bild: Noor Medical / Aniela Lea Schafroth

Die BW Goes Mobile Reise ist gestartet. Mit einem Kick-off und ersten Workshops sind die vier Gewinnerteams in die Umsetzungsphase des MFG-Wettbewerbs für mobile Lösungen  gestartet, haben ihre Mentor*innen kennengelernt und begonnen, an ihren persönlichen Meilensteinen für ihre Idee zu arbeiten.

Wir haben die Teams genauer gefragt, was hinter ihren Ideen steckt. In einer Kurzinterview-Reihe stellen die vier Gewinnerteams sich und ihre Ideen vor und sprechen über ihre Erwartungen an BW Goes Mobile.

Die Idee: Noor Medical – stabile Stromversorgung für ländliche Gesundheitskliniken

Das Team Noor Medical um Laila Berning, Andrew Bonneau, Federico Castillejo und Saji Zagha entwickelten ein Produkt, mit dem Gesundheitskliniken kostengünstig mit Solarstrom betrieben werden können. Was genau dahinter steckt und wie BW Goes Mobile ihre Idee unterstützen kann, erzählen sie uns im Kurzinterview.

Wer seid ihr?

Das Noor Medical-Team verfügt über einen starken international ausgerichteten Hintergrund mit Erfahrung in verschiedenen Kontexten, darunter Engineering, Vertrieb, Entwicklungshilfe, Governance und Organisationsentwicklung. Unser Team ist eine interdisziplinäre Gruppe, die sich der Vision verschrieben hat, den Zugang der Menschheit zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Laila Berning CEO; Andrew Bonneau COO; Federico Castillejo CFO; und Saji Zagha CTO.

Was ist eure Idee und was macht sie besonders?

Der Noor Medical Hybriclave Sterilisator ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Bei Noor Medical gehen wir direkt auf die Bedürfnisse von ländlichen Gesundheitskliniken im globalen Süden ein. Der Zugang zu einer stabilen Stromversorgung ist eines der größten Herausforderungen für ländliche Kliniken. Wir haben somit ein Produkt entwickelt welches mit verschiedenen Energiequellen genutzt werden kann. Unser PV-Batteriesystem ermöglicht es Kliniken unseren Sterilisator kostengünstig mit Solarenergie zu betreiben. Außerdem haben sie über das Batteriesystem die Möglichkeit den Sterilisator auch an Regentagen oder nachts zu betreiben.

Wen wollt ihr mit eurem Projekt zuerst überzeugen?

Noor Medical vermarktet öffentliche und private Gesundheitsnetzwerke. Sie sind für die Bereitstellung materieller und immaterieller Unterstützung für Kliniken im Gesundheitswesen verantwortlich und arbeiten häufig mit einer Konstellation von Kliniken in einer bestimmten Region zusammen, um deren medizinische Versorgung zu unterstützen. Unsere Zielkunden werden häufig gewinnorientiert finanziert, aber auch durch Zuschüsse und staatliche Unterstützung (z. B. öffentliche Kliniknetzwerke).

Wie geht ihr mit der aktuellen Situation hinsichtlich der Corona-Krise um?

Die Situation in Covid-19 wirkt sich direkt finanziell und strategisch auf unsere Geschäftstätigkeit aus, da die Schwierigkeit bei der Durchführung der erforderlichen Feldtests des Noor Medical Hybriclave in ländlichen Kliniken in Uganda zunimmt. Diese Kliniken bereiten sich auf den Ausbruch von Covid-19 in Uganda vor und sind nicht in der Lage, internationale Teams zu Forschungszwecken in ihren Einrichtungen willkommen zu heißen.

Bietet euer Projekt einen digitalen Lösungsansatz, der gerade jetzt wichtig ist?

Noor Connect ist einem automatischen Sterilisations-Monitoring. Sterilisationsbedingungen müssen über einen bestimmten Zeitraum konstant gehalten werden. Mit herkömmlichen Dampfsterilisatoren müssen die verschiedenen Zeiten manuell notiert werden. Noor Connect automatisiert diesen Prozess, um mögliche Fehlerquellen auszuschließen. Bei Noor Connect wird es sich um einen Sensor handeln welcher die Temperatur, den Druck, die Vakuumbedingungen und die Zeit in unserem Hybriclave misst.

Was bedeutet für euch BW Goes Mobile?

In Zeiten des Corona-Virus bietet BW Goes Mobile für uns die Gelegenheit, unseren derzeitigen Ansatz für Safe Surgery im globalen Süden zu verbessern und zu erweitern. Dies ist eine Gelegenheit, unser Geschäftsmodell offen mit Beratern und Experten zu diskutieren und direktes Feedback zu erhalten, das uns hilft, auf die nächste Ebene zu gelangen und mehr Menschen positiv zu beeinflussen.

Wie investiert ihr euer Preisgeld?

Zum einen in die Erforschung und Entwicklung, welcher Sensor den hohen Temperaturen, Druck- und Vakuum Bedingungen standhält. Außerdem in die Erforschung von Preis/Performance Fragestellungen (z. B. welcher Sensor hält den Bedingungen am besten Stand, welcher Sensor misst die Temperatur, den Druck etc. am besten, welcher Sensor erfüllt alle vorherigen Bedingungen und ist zusätzlich kostengünstig in der Herstellung) .  Ein Teil des Preisgeldes geht auch in die Erforschung der Smart Integration des Sensors mit Smartphones (z. B. wie werden die Informationen vermittelt, wie werden die Informationen für Sterilisationsexperten zugänglich gemacht und dargestellt) Entwicklung der ersten Phase einer E-Learning-Plattform für Sterilisationsfachleute.

Auf was freut ihr euch in der BW Goes Mobile Zeit ganz besonders?

Wir freuen uns auf offenes Feedback von Experten zu unserer digitalen Lösung sowie zu unserem Geschäftsmodell. Wir freuen uns auch darauf, Finanzierungsmöglichkeiten (Sponsoring, Investoren oder Zuschüsse) zu nutzen, um unsere Geschäftsentwicklung zu beschleunigen. Schließlich sind wir daran interessiert, von anderen Startups über ihre Herausforderungen zu lernen und gemeinsam Wege zu finden, um sie zu lösen.

Interview: Jana Bulling

Mehr Infos: 

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