Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Offen sein für kreatives Chaos

Abschluss von BW Goes Mobile 2019: VR-Experte Maximilian Schmierer hat zwei der Teams als Mentor betreut und erzählt von seinen Erfahrungen

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Am 28. Oktober 2019 trafen sich die Teams zum Abschluss-Testing im Wizemann Space. | Bild: MFG Baden-Württemberg

Nach abwechslungsreichen acht Monaten geht die BW Goes Mobile Reise zu Ende. Sie begann im Frühjahr 2019 mit fünf innovativen Ideen, nahm Fahrt auf mit Workshops und persönlichen Meilensteinen und erreichte ihr vorläufiges Ziel im Oktober mit einer großen Testing-Runde. Jetzt können die fünf Gewinnerteams „mit Vollgas“ Richtung Zukunft starten. Mit dabei:

Mit viel Elan haben sie in den letzten Monaten ihre digital-mobilen Innovationen weiterentwickelt und am unternehmerischen Feinschliff ihrer Konzepte gefeilt. Bei der abschließenden Testing Session Ende Oktober im Stuttgarter Wizemann Space ließen sie ihre mobilen Lösungen von Grund auf durchchecken.

Zusätzlich zu je 10.000 Euro Preisgeld unterstützte die MFG Baden-Württemberg die Teams mit einem Coachingprogramm und stellte ihnen Mentor*innen aus der Praxis zur Seite. Einer von ihnen ist Maximilian Schmierer, Geschäftsführer der b.ReX GmbH. Der VR-Experte hat zwei Teams im Anwendungsfeld „Innovation AR/VR“ begleitet: Catja Eikelberg, Alexander Otto-Keinke und Lars Horber aus dem Team LogoLeon und Table Theatre mit Philipp Maas.

Die MFG-Redaktion hat ihn gefragt, wie er die BW Goes Mobile Reise erlebt hat.

Mentor bei BW Goes Mobile – wie kam es dazu?

Als ich gefragt wurde, ob ich bei BW Goes Mobile als Mentor dabei sein möchte, hab ich mich sehr gefreut: Es ist eine tolle Chance, Wissen und Erfahrungen weiterzugeben. Ich bin seit knapp sieben Jahren selbstständig und habe dabei schon einige Unternehmen hinter mir gelassen – gleichzeitig habe ich eine starke technische Ausrichtung.

Wie sieht Ihre Rolle konkret aus?

Als Mentor bin ich für meine Teams ständiger Ansprechpartner und helfe ihnen bei allen technischen und betriebswirtschaftlichen Fragen, gebe Feedback und denke mit bei der Frage, was sich aus den Geschäftsmodellen rausholen lässt. Das Team kann dabei freiwillig entscheiden, wie stark ich in deren Projekt eingebunden werden soll.

Beflügelt Sie die Arbeit mit den Teams?

Es ist großartig mit einem jungen Startup-Team zusammen zu arbeiten! Auch für meinen Alltag habe ich viele Dinge gelernt: beispielsweise den Umgang mit den aktuell verfügbaren Förderinstrumenten in der Wirtschaft, die sogar noch für mein Unternehmen attraktiv sind. Ich mag diese Macher-Mentalität, diesen Mut und die Umsetzungspower, damit kann man sich gegenseitig anstecken.

Was war Ihre größte gemeinsame Herausforderung?

Da das Team Logoleon eine komplexe App entwickelt, ist die größte Herausforderung die Koordination von dezentral basierten Programmierern, die alle gemeinsam am Projekt arbeiten. Hier am Ende einen sauberen Source-Code als Ergebnis zu haben, und einen testbaren Prototypen, war die zentrale Challenge. Daneben sind es eben die vielen kleinen Detail-Schrauben im unternehmerischen Alltag, die man in die eine oder eben in die andere Richtung drehen kann. Sich darüber auszutauschen, ist gerade in der Frühphase viel wert.

Was haben Sie bzw. Ihr Unternehmen davon?

Für mich persönlich war neben den Gesprächen mit den Teams auch der Auswahlprozess und zum Beispiel der Kontakt zu Achim Baier von arconsis (technischer Partner von BW Goes Mobile, Anm. d. Red.) sehr spannend. So wie es aussieht, wird die Zusammenarbeit zwischen mir und einem meiner Teams auch in der Zukunft fortschreiten: So habe ich die Möglichkeit, das Projekt mit meinem Unternehmen weiter zu begleiten.

Wie mobil und innovativ sind Sie selbst?

Maximal, würde ich sagen! (lacht) Mit b.ReX entwickeln wir digitale Kommunikations-und Digitalisierungslösungen für Unternehmen. Wir setzen auf Echtzeittechnologien, die begeistern und gleichzeitig Problemlösungen sind: von Augmented und Virtual Reality über interaktive Medien und mobile Applikationen bis zu Software und Games für alle Plattformen und Branchen. Da liegt es nahe, dass wir uns mit Innovationen jeglicher Art intensiv beschäftigen und die neusten Technologien verfolgen.

Ihr persönliches Highlight aus dem BW Goes Mobile Jahr?

Das war die Testing-Session am Ende, da gab es nochmal richtig hilfreiches Feedback, Gelegenheit zum Austausch und wir haben gesehen, was die anderen Teams alles auf die Beine gestellt haben. Auch die zahlreichen gemeinsamen Sprint-Plannings (Meilensteintreffen, Anm. d. Red.) mit meinen Teams haben immer viel Spaß gemacht.

Gehört Mixed Reality die Zukunft?

Ich bin fest davon überzeugt, dass die immer besser und minimalistischer werdende Hardware dafür sorgen wird, dass unsere „echte“ Welt ein Teil des Internet of Things wird. Insbesondere Augmented Reality ist hierzu eine perfekt passende Technologie.

Haben Sie Empfehlungen für solche, die Mentor*innen werden wollen?

Offen sein für Neues, auch für agile Arbeitsweisen und das Chaos, das junge Teams manchmal mit sich bringen.

Und vielleicht Tipps für die Teams der nächsten Runde?

Wenn ihr bei BW Goes Mobile mitmacht, lasst euch voll darauf ein! Besucht unbedingt alle Workshops und nutzt die Chance, mit eurem Mentor zu arbeiten als Beschleuniger für eure Produkt-Idee. Lieber einmal mehr nachfragen, als diese Chance liegen zu lassen: Wir als Mentoren sind nicht so schnell genervt (lacht).

Wie geht’s mit „Ihren“ beiden Teams jetzt weiter?

LogoLeon wird vermutlich im kommenden Jahr ein MVP (Minimum Viable Product) veröffentlichen und damit den Eintritt in den Markt wagen. Wie es bei Table Theatre weitergeht, ist aktuell noch ungewiss. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft für alle BW Goes Mobile Teams bereithält.

Die nächste Bewerbungsphase startet im Januar 2020. Interessierte können sich jetzt schon in den Reminder eintragen.
 

Interview: Ines Goldberg

Mehr Infos:

BW Goes Mobile 
b.ReX 
LogoLeon

Kontakt

 Mira Kleine
Mira Kleine

Projektleiterin Unternehmerisches Handeln

Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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