Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Bundestag beendet Hängepartie um Games-Förderung

Der Bundeshaushalt 2020 enthält Mittel für die Games-Förderung, damit ist der Förder-Etat auch für die kommenden Jahre abgesichert. Die Entscheidung und der breite Konsens zeigen den Willen über Parteigrenzen hinweg, dass Deutschland beim Zukunftsmedium Games international eine wichtigere Rolle spielen soll.

Einführung der bundesweiten Games-Förderung wurde im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbart | Bild: game – Verband der deutschen Games-Branche e.V.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat entschieden: Auch 2020 wird es Mittel in Höhe von 50 Millionen Euro für die Förderung von Spiele-Entwicklungen in Deutschland geben. Damit steht nach mehrmonatiger Ungewissheit fest, dass die erst im vergangenen Jahr eingeführte Games-Förderung auf Bundesebene bestehen bleibt. Mit der Entscheidung in der Bereinigungssitzung des Haushaltsausschusses auf Vorlage der Regierung wurde die vom game – Verband der deutschen Games-Branche geforderte Planungssicherheit ermöglicht. Denn erstmals wird der Etat der Games-Förderung damit auch für die kommenden Jahre bis 2023 im Bundeshaushalt abgesichert.

Absicherung ist starkes Signal

„Die Absicherung der Games-Förderung ist ein starkes Signal für den Games-Standort Deutschland. Besonders mit der Festschreibung für die kommenden Jahre ermöglicht der Haushaltsausschuss des Bundestages die dringend notwendige Planungssicherheit“, sagt Felix Falk, Geschäftsführer des game. „Die Entscheidung und der breite Konsens zeigen den Willen über Parteigrenzen hinweg, dass Deutschland beim Zukunftsmedium Games international eine wichtigere Rolle spielen soll. Jetzt braucht es die schnelle EU-Notifizierung der Förderrichtlinie, damit die vielen neuen Projekte in Deutschland realisiert werden können. Als Games-Branche stehen wir in den Startlöchern.“

Förderung im Koalitionsvertrag vereinbart

Die Einführung der bundesweiten Games-Förderung wurde im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbart. Erstmals stellte der Bundestag im vergangenen Jahr hierfür ein Budget in Höhe von 50 Millionen Euro zur Verfügung, das beim Bundesverkehrsministerium angesiedelt wurde. Doch noch vor dem Start der Förderung fehlten die 50 Millionen Euro im Regierungsentwurf des Bundeshaushaltes für das Folgejahr 2020. Das Interesse an der Games-Förderung war dagegen riesig: 380 Projektvorschläge wurden für die Pilotphase der Games-Förderung, die sogenannte De-Minimis-Förderung, beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingereicht. Weitere 295 Unternehmen warten bereits mit konkreten Projekten auf die EU-Notifizierung der finalen Förderrichtlinie.

Wettbewerbsnachteile verringern

Die Games-Förderung soll die großen Wettbewerbsnachteile Deutschlands bei der Spiele-Entwicklung verringern. Denn andere Länder wie Frankreich, Großbritannien oder Kanada fördern seit vielen Jahren die Games-Branche vor Ort. Spiele-Entwicklungen sind daher in Deutschland um bis zu 30 Prozent teurer. Als Folge fällt der Anteil deutscher Spiele-Produktionen auf dem Heimatmarkt seit Jahren, obwohl der Games-Markt stark wächst. Zuletzt blieben von 100 Euro, die in Deutschland für Computer- und Videospiele ausgegeben wurden, lediglich noch 4,30 Euro bei deutschen Entwicklern. Auch die Anzahl der Beschäftigten ist trotz des starken Marktwachstums weltweit und in Deutschland gesunken: Aktuell gibt es 11.014 Beschäftigte bei Entwicklern und Publishern, das sind 5,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Dabei könnte sich die Games-Förderung für den Finanzminister sogar lohnen: So zeigt das Beispiel Frankreich, welche positiven Effekte eine Förderung auslöst. Eine Gesamtförderung von 50 Millionen Euro pro Jahr würde demnach in Deutschland zu zusätzlichen Steuer- und Sozialabgaben von rund 90 Millionen Euro führen. Hinzu kommen zusätzliche Investitionen seitens der Wirtschaft von rund 400 Millionen Euro.

Quelle: game – Verband der deutschen Games-Branche e.V.

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game - Verband

 
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