Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Cyber Valley: Zentrum für Künstliche Intelligenz made in BW

Das Land Baden-Württemberg und die Fraunhofer-Gesellschaft bauen ein neues Zentrum für Künstliche Intelligenz (KI) im Mittelstand auf. Das KI-Fortschrittszentrum „Lernende Systeme“ soll durch anwendungsnahe Forschung und Technologietransfer Unternehmen dabei unterstützen, die wirtschaftlichen Chancen der Schlüsseltechnologie KI für sich zu nutzen.

Fortschrittszentrum für mehr KI in Baden-Württemberg | Bild: Unsplash

Mit der Gründung des neuen Fortschrittszentrums tritt die Fraunhofer-Gesellschaft dem Forschungsverbund Cyber Valley bei und stärkt Europas größte Forschungskooperation auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz mit Sitz in der Region Stuttgart-Tübingen. Das erklärten Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer am 7. November in Stuttgart.

Eröffnung KI-Fortschrittszentrum „Lernende Systeme“ für den Mittelstand

„Mit unserem innovativen Ansatz sind wir bundesweiter Vorreiter und schaffen eine neue KI-Anlaufstelle für den Mittelstand in Baden-Württemberg. Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Treiber für Innovation und Wirtschaftswachstum und birgt ein enormes wirtschaftliches Potenzial für unseren Mittelstand. Wir brauchen mehr ‚KI made in Baden-Württemberg‘ und müssen die Ergebnisse unserer Spitzenforschung noch besser und schneller in die praktische Anwendung unserer Unternehmen bringen. Dazu müssen wir Forschung, Entwicklung und Kommerzialisierung von KI massiv vorantreiben“, sagte Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut. Sie betonte außerdem: „Als Wirtschaftsministerin setze ich einen klaren Schwerpunkt darauf, vorhandene Stärken unserer Wirtschaft mit KI weiterzuentwickeln, aber auch neue Potenziale etwa im Dienstleistungsbereich zu erschließen.“ Das Fortschrittszentrum an der Schnittstelle von Wirtschaft und exzellenter Wissenschaft sei dabei ein wichtiger Baustein, von dem insbesondere der Mittelstand profitieren werde, so Hoffmeister-Kraut.

Forschungsverbund Cyber Valley entwickelt sich dynamisch

Der Beitritt der Fraunhofer Gesellschaft zum Cyber Valley dokumentiere eindrucksvoll die weiter wachsende Attraktivität des Forschungsverbunds für Wissenschaft und Wirtschaft, betonte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Hier entsteht eine international sichtbare Spitze. Wir heißen die Fraunhofer Gesellschaft ganz herzlich willkommen in der immer größer werdenden Runde! Der Forschungsverbund Cyber Valley entwickelt sich sehr dynamisch und zieht immer mehr Wissenschaftler*innen, junge Talente aus aller Welt, Unternehmen und Stiftungen an“, sagte Bauer.

Förderung und Investment

Der Forschungsverbund Cyber Valley wird vom Wissenschaftsministerium mit rund 120 Millionen Euro gefördert. Gleichzeitig kämen positive Signale aus der Wirtschaft, etwa mit der Ankündigung von Bosch sein geplantes Investment in ein Entwicklungszentrum für KI am Standort Tübingen auf 100 Millionen Euro zu verdreifachen. Drei neue Exzellenzcluster an den Universitäten Tübingen und Stuttgart stärken den KI-Standort. „Mit dem Boom ist der Bedarf entstanden, verlässliche Managementstrukturen für den Cyber Valley-Verbund zu etablieren, um die wachsenden organisatorischen Aufgaben effektiv zu bewältigen“, sagte Bauer weiter. Vereinbartes Ziel sei die Gründung einer GmbH, die vom Land Baden-Württemberg und der Max-Planck-Gesellschaft getragen wird. Die Management Unit solle den Forschungsverbund führen, den Ausbau der KI-Kompetenzen in Baden-Württemberg zwischen Spitzenforschung und Anwendung strategisch begleiten, die internationale Sichtbarkeit weiter stärken und die Internationalisierung durch neue sowie vertiefte Partnerschaften voranbringen.

Starkes Forschungskonsortium

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg und die Fraunhofer-Gesellschaft wollen bis 2022 zusammen zehn Millionen Euro Anschubfinanzierung in das Leuchtturmprojekt investieren. Das neue Forschungs- und Transferzentrum zur Künstlichen Intelligenz solle dazu beitragen, die Erkenntnisse der Spitzenforschung künftig noch besser und schneller in die Wirtschaft zu übertragen, so Hoffmeister-Kraut. Dafür schließen sich die Stuttgarter Fraunhofer-Institute für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sowie für Produktionstechnik und Automatisierung IPA dem Cyber Valley an, einem Forschungskonsortium bestehend aus den renommierten Universitäten Tübingen und Stuttgart, dem Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme und einigen der weltweit führenden Industrieunternehmen.

Open Lab Days

Das neue KI-Fortschrittszentrum „Lernende Systeme“ wird zur zentralen Anlaufstelle für mittelständische Unternehmen im Cyber Valley ausgebaut. Es soll zunächst 20 Forscher*innen umfassen. Das Fortschrittszentrum bietet den Unternehmen vielfältige Angebote – beispielsweise niedrigschwellige „Open Lab Days“, an denen die Besucher KI-Anwendungen erleben und sich mit Experten austauschen können oder „Quick Checks“, bei denen Experten untersuchen, ob und wie eine konkrete KI-Anwendung im Unternehmen grundsätzlich umsetzbar ist. Bei der heutigen feierlichen Eröffnung des Fortschrittszentrums und dem ersten „Open Lab Day“ am 8. November 2019 können sich Firmen im Fraunhofer-Institutszentrum über die Anwendungsmöglichkeiten der Künstlichen Intelligenz im Produktions- und Dienstleistungsbereich informieren.

Die Zusammenarbeit führender deutscher Forschungseinrichtungen stärkt Baden-Württemberg als einen der weltweit innovativsten Wissenschaftsstandorte im Bereich Künstliche Intelligenz. Die Landesregierung setzt mit dem weiteren Ausbau des Cyber Valley und der Stärkung des Technologietransfers in die kommerzielle Anwendung ihre KI-Strategie weiter um. Der Zusammenschluss von Fraunhofer, Europas größte Organisation für anwendungsorientierte Forschung, und dem Cyber Valley beweist einmal mehr, dass Baden-Württemberg herausragender KI-Hotspot in Europa und weltweit auf Augenhöhe mit einigen der führenden Zentren etwa in Nordamerika ist.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft

Mehr Infos:
Cyber Valley

 

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