Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Product Placement und Branded Entertainment Awards 2019 verliehen

Ob im Kino, TV oder auf Netflix: Fünf Unternehmen erhielten am Montag den ProPKo-Award für kreative Marken-Integration

Gewinner des PROPKO Awards 2019
Der PROPKO Award 2019 für Product Placement und Branded Entertainment ging an Audi, El Cartel Media, Hollywood Branded, Mirriad und Pilot Hamburg | Bild: WALDNER.TV/PROPKO2019

Zum 9. Mal wurden in Stuttgart, im Anschluss an den ProPKo Branded Entertainment Summit, die Product Placement und Branded Entertainment Awards vergeben.

Kooperationspartner des ProPKo ist die Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart. Deren Leiterin Ines Aufrecht dazu: „Die Einreichungen haben wieder die Bandbreite der Marken-Integration im Zeitalter der Digitalisierung gezeigt. So beispielsweise klassische Kampagnen in Verbindung mit Hollywood Filmen oder Streaming-Serien. Es zeigt, wie innovativ die Kreativszene auch hierzulande ist. Genau diese Entwicklung fördern wir mit unserem Engagement."

Audi gewinnt Kategorie Kino

Jurymitglied Dominik Kuhn von Starpatrol Entertainment aus Reutlingen: „In Spider-Man: Far from Home kommt nicht nur der elektrische Audi e-Tron vor, sondern auch der neue Audi Q8, der A7 und der A5 spielen eine Rolle. Und dabei hat die Audi AG alles richtig gemacht: Die Fahrzeuge sind glaubwürdig in die Handlung eingebaut, indem sie dem Fuhrpark der berüchtigten Organisation SHIELD zugeordnet wurden. Dennoch überschreitet das Placement trotz seiner Prominenz nie den schmalen Grat zur Nervigkeit - im Gegenteil dient der Audi auch mal als Humorträger, wenn der Superheld versehentlich den Gurt-Abroller abreißt. Das macht die Marke sympathisch. Kurz: Ein rundum gelungenes und absolut preiswürdiges Placement, zu dem die Jury herzlich gratuliert“.

Wärmebildkameras auf Netflix

In der Kategorie TV international gewinnt Hollyood Branded mit der Platzierung der Wärmebildkamera FLIR in der Netflix-Serie Ozark. Jurymitglied Benjamin Honal von Audi erklärt:

Ozark ist eine Netflix Produktion, in welcher sich selbstständige Finanzberater Marty Byrde gezwungen sieht, mit seiner Frau Wendy und den Kindern Charlotte und Jonah in ein Sommerresort in den Missouri Ozarks zu ziehen. Um sich und seine Familie vor der Rache eines Drogenbosses zu schützen, beginnt er kriminelle Geschäfte, wobei sich Ozark als eine kleine Welt des Drogenhandels und der Geldwäsche entpuppt. In einer der Folgen schwärmt der Hauptdarsteller von einer Wärmebildkamera, einer FLIR, welche er auf einem Boot entdeckt und an sich nimmt. FLIR ist weltweiter Marktführer der Entwicklung und Fertigung sowie des Vertriebs von Wärmebildkameras.

Die Jury wurde besonders von der natürlichen Integration des Produktes in die Handlung überzeugt. Das Produkt wird namentlich genannt, ohne aufdringlich oder gar geskriptet zu wirken – obwohl es sich um ein Spezialprodukt handelt. Die düstere Stimmung passt perfekt zum Produkt – der Raub wird bei Nacht begangen – und durch das Schwärmen des Vaters wird die besondere Qualität nochmals deutlich.“

Kategorie TV national für Subway in Köln 59667

Jurymitglied Dr. Sebastian Rengshausen von Unverzagt von Have Rechtsanwälte aus Hamburg erläutert die Wahl für die Kategorie TV national: „ Die Daily Soap Köln 50667 - das Pendant zu Berlin - Tag & Nacht - erreicht täglich um 18:05 Uhr eine riesen Fangemeinde vor Deutschlands Fernsehern. Im Kern dieser Crossmedia-Kampagne steht die Sandwich-Kreation ‚Cologne’s Best‘, die von Darstellerin Leonie aus Köln 50667 kreiert wurde und es bis in die Filiale geschafft hat. Die Darstellerin arbeitet also in der Soap bei Subway, kreiert dort ihr eigenes Sandwich und wirbt zeitgleich noch die Werbetrommel für neue Subway-Kollegen. Sie übernimmt zudem einen Tag den Subway Instagram Kanal und wirbt auf zahlreichen Plakaten für ‚Leonie’s Kreation’.

Zusammen mit dem RTLII-Vermarkter El Cartel Media wurden neben authentischen Produktplatzierungen diverse TV-Sonderwerbeformen, eine Addressable TV-und nationale Out of Home-Kampagne umgesetzt. Die Kampagne überzeugte die Jury durch einen gelungenen Cross-Marketing-Mix, in dem die sympathische Hauptdarstellerin die Zielgruppe der Sandwichkette nicht nur erreicht, sondern erfolgreich erweitert haben dürfte.“

„Ideas for Brands: Malteser“ lässt Influencer pitchen

Jurymitglied Sandra Freisinger-Heinl von der MA Media GmbH zur Kategorie Influencer, die an die Agentur Pilot Hamburg verliehen wurde: „In der Zusammenarbeit zwischen Marken und Influencern gibt es zwei große Herausforderungen. Erstens, das Vertrauen, das Marken in Influencer haben müssen, dass diese richtig und positiv mit ihrer Brand umgehen. Zweitens, dass Marken passende Influencer und deren gute Ideen nicht direkt selbst kennenlernen können.

Die Jury ist der Meinung, dass das Pitch-Format „Ideas for Brands“ genau diese Herausforderungen löst: Influencer treffen mit ihrer Idee direkt auf den Marketingentscheider und überzeugen diesen von sich und ihrem Vorgehen. Das klingt einfach – alle an einen Tisch zu bekommen, ist jedoch eine ganz schöne Herausforderung – die Pilot Hamburg gelungen ist: Zum ersten Mal im Dezember 2018. Vier Marken und über 25 Influencer haben sich in Hamburg eingefunden, um dort vor laufenden Kameras ihre Ideen und Visionen einer 5-köpfigen Jury vorzustellen. So ein bisschen wie die Höhle der Löwen, nur mit Kreativen.

Der Kunde „Malteser Hilfsdienst“ lernte so den Youtuber „Tomatolix“ kennen, der bei seiner Community für seine wagemutigen Experimente bekannt ist. Er schlug vor, in seiner Reihe „Selbstexperimente“ einen Tag Rettungssanitäter zu sein, beim Kölner Karneval. Sein authentisches Video erreichte auf mehreren Kanälen über 600.000 Menschen und erzielte ein hohes Engagement. Dass aus „Ideas for Brands“ eine Veranstaltungsserie und sogar ein TV-Format in Österreich wurde, hat die Einreichung noch abgerundet.“

Lobende Erwähnung für die Platzierung von Kartoffelchips

Die Tech-Firma Mirriad hat eine Software entwickelt, um für Filmsequenzen die Chancen auf Abverkauf von Produkten zu berechnen. Jurymitglied Jürgen Irlbacher von Pilot Hamburg erklärt:

„In Zeiten von Werbevermeidung sind wir Mediaagenturen immer wieder auf der Suche nach intelligenten Lösungen, die Wirkung zeigen. Die Jury zeichnet heute mit einer lobenden Erwähnung eine Firma aus, die durch technische Raffinesse das Portfolio für uns um eine intelligente Dimension erweitert hat: Werbung, die digital in Bewegtbild Content platziert wird. Wie funktioniert das? Stellen Sie sich vor, Sie sind Marketingchef eines Automobilherstellers und sie bekommen einen fertigen Kinofilm vorgelegt, den sie gut finden, der zu Ihrer Marke und zu Ihrer Zielgruppe passt. Alles perfekt. Sie haben aber versäumt vorher Kontakt zu dem Produzenten aufzunehmen, um in den Kinofilm reinzukommen. Blöd gelaufen, oder?

Was wäre, wenn Sie nun die Möglichkeit hätten trotzdem in diesem Film stattzufinden. Sie könnten beispielsweise eine ganze Plakatfläche mit Ihrem neuen Automodell neben eine Autobahn stellen oder in New York an einem Hochhaus ein Video platzieren – ohne lästiges Organisieren, 100en Abstimmungsschleifen und fast ohne Risiko. Als Chips-Hersteller könnten Sie sich sogar noch in die Hände von Schauspielern beamen, die gerade traurig auf dem Sofa sitzen. Warum traurig, weil die Software des Unternehmens berechnet hat, dass die Chance auf Abverkauf gerade in dieser Filmsequenz am wirkungsvollsten ist. Alles durch die Auswertung vieler Daten, die Emotion, Kontext, Relevanz, Kosten und Wirkung mit einfließen lassen. Diese Technologie hält die Jury für preiswürdig.“

Quelle: PROPKO

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ProPKo
 

 

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