Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Neue Games im Südwesten: interaktiv, intuitiv und virtuell

Die Jury des Digital Content Funding vergibt insgesamt 315.000 Euro an fünf innovative Projekte in Baden-Württemberg

Roboter im Kampf
Acrobotic in Action: Die Spieler*innen steuern Schauspiel-Roboter möglichst präzise durch Actionsequenzen | Bild: Johanna Puhl / Chasing Carrots

Ambitionierte Games, innovative Lern-Apps und virtuelle Anwendungen – die MFG Baden-Württemberg fördert die Entwicklung interaktiver digitaler Inhalte. In der aktuellen Runde werden fünf Projekte mit insgesamt 315.000 Euro unterstützt, das entschied die Jury des Digital Content Funding (DCF) am 29. Mai 2019.

Die Bandbreite der geförderten Projekte ist groß. Dabei sind anspruchsvolle Games wie Acrobotic von Chasing Carrots, wo die Spielenden an einem futuristischen Filmset Actionsequenzen mit Schauspiel-Robotern kreieren, oder Truth Detectives von Reiß & Perret, das die Gamer auf Mission schickt, um mit dem Smartphone Machtmissbrauch und Korruption aufzudecken.

Spielend lernen mit allen Sinnen

Die baden-württembergischen Entwickler*innen greifen neue Technologien auf, um Kultur und Wissen spielerisch zu vermitteln und nachhaltige Lernumgebungen zu schaffen. Die Augmented-Reality-Anwendung MEMO von Glam Games lässt Jugendliche im Museum auf Schatzsuche gehen, die Cabuu App macht das Vokabeln pauken zum interaktiven Lernerlebnis. Und Animalingo ist ein Tieralphabet in Schriftnorm, das Kinder zum selbstständigen Lesen  und Schreiben lernen motiviert.

Im Förderprogramm DCF unterstützt die MFG seit 2011 Games, Apps und interaktive Anwendungen sowie Applikationen aus dem Bereich Virtual und Augmented Reality. Zur Jury gehören Franka Futterlieb, Geschäftsführung urbn pockets und Professorin für Kommunikationsmanagement, exgenio-Geschäftsführerin Kathrin Rauscher, MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen, Heiko Gogolin, Managing Director bei Rocket Beans Entertainment, und SWR-Abteilungsleiter Dr. Manfred Hattendorf. Die Jury entscheidet zweimal im Jahr über Anträge für höhere Fördersummen bis maximal 200.000 Euro. Die nächste Einreichfrist endet am 31. Juli 2019. Für Fördersummen bis maximal 20.000 Euro können laufend Anträge eingereicht werden.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst finanziert das Förderprogramm und stellt seit 2018 mit der Offensive VirtualReality@BW im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Landes Digital@BW zusätzliche Mittel für den Bereich VR/AR bereit. Damit stehen allein im DCF 2019 insgesamt 787.000 Euro für die Förderung von Games und interaktiven digitalen Inhalten zur Verfügung.

Die geförderten Projekte im Überblick

MEMO | 100.000 Euro
Glam Games Caty Davis Blätttermann, Dimosthenis Gkantzos GbR, Stuttgart
Förderart: Produktion

MEMO ist eine Augmented-Reality-App für junge Museumsbesucher*innen. Sie entdecken und sammeln für das bloße Auge unsichtbare Objekte in den Ausstellungsstücken. Der Blick durch die Kamera verändert die Kunstwerke und gibt den Spielenden die Aufgabe, die wichtigsten Attribute des Werkes zu ermitteln und digital einzusammeln. Mit den gesammelten Objekten können sie einen eigenen Avatar designen, um in die Welt von MEMO einzutauchen. Die App wird zunächst in der Kunsthalle Mannheim nutzbar sein.

Truth Detectives – a very serious game | 80.000 Euro
Reiß & Perret GbR, Berlin
Förderart: Prototyp

Überwachung von unten: Mit dem Smartphone können fast alle dokumentieren, was um sie herum geschieht – und dazu beitragen, Machtmissbrauch und Menschenrechts­verletzungen aufzudecken. Hinter „Truth Detectives“ steckt die Idee, in den Gamern spielerisch die Aktivisten zu wecken und sie an Open-Source-Ermittlungen heranführen. In kurzen Trainingseinheiten lernen sie die Recherchemethoden kennen, um dann auf Missionen zu gehen und Fälle zu lösen, die auf realen Krisenszenarien basieren.

Acrobotisc | 53.200 Euro
Chasing Carrots GmbH & Co. KG, Stuttgart
Förderart: Prototyp

Science Fiction am Filmset: In Acrobotics steuern die Spielenden Schaupiel-Roboter in einem futuristischen Filmstudio. Sie haben die Aufgabe, komplexe Filmsequenzen nachzubilden – taktisch, physikalisch und individuell. Mit hohem Präzisionsgrad definieren und testen sie immer komplexere Bewegungsabläufe, um die geschaffenen Actionszenen im Highscore mit anderen zu vergleichen.

cabuu App | 50.000 Euro
cabuu GmbH, Wernau
Förderart: Vertrieb

Vom mühseligen Vokabeln pauken zum interaktiven Lernerlebnis: Die cabuu App setzt Animationen, Grafiken und komplexe Fingergesten ein, um Sprachen multisensorisch und damit nachhaltiger zu lernen. Dabei stellt sie sich auf die individuellen Bedürfnisse ein: Über die Vokabelscanner-Funktion erfasst die App Vokabellisten unkompliziert aus Lehrbüchern und erstellt einen optimierten Lehrplan auf Basis der jeweiligen Performance.

Animalingo | 32.000 Euro
Christine Gold, Hüttlingen
Förderart: Produktion

Hinter jedem Buchstaben steckt ein Tier: Animalingo ist ein Tieralphabet in Schriftnorm, das Kindern Spaß macht und sie dazu motiviert, Lesen und Schreiben selbstständig zu erlernen. Dabei setzt das Projekt auf crossmediales Lernen, um das Wissen nachhaltig im Langzeitgedächtnis zu verankern: Die App liefert die Bildwelt, Geräusche, Rätselspiele und Schreib-Übungen. Ergänzt wird sie um reale Elemente wie Faltbuchstaben oder Wimmelplakate.

Bis 20.000 Euro werden im Digital Content Funding außerdem neu gefördert:

Exitus | 20.000 Euro
Reija GmbH, Karlsruhe
Förderart: Produktion

Exitus ist ein rundenbasiertes 3D-Puzzle-Abenteuer für Smartphones und Tablets, das sich im Kopf des Protagonisten abspielt. Die Spielfigur liegt im Koma, um sie aufzuwecken, müssen sich die Spielenden in einem anspruchsvollen Rätselspiel den Emotionen Trauer, Wut und Angst stellen. Sie nutzen den Touchscreen, um die Spielfigur an kniffligen Fallen und tödlichen Gegnern vorbei zu manövrieren, damit sie am Schluss ihre Lebensfreude wieder erlangt.

Lithium | 20.000 Euro
LAB132 GmbH, Kirchheim unter Teck
Förderart: Prototyp

Lithium ist eine Wirtschaftssimulation, in der die Spielenden eine futuristische Weltraumstation aufbauen und managen. Dabei können sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen, zum Beispiel im Bereich Handel, Forschung oder Militär, abhängig von den Hüllensegmenten und Baueinheiten, die sie sich aussuchen.

Quantum Travels VR | 20.000 Euro
Mastermind GbR, Stuttgart
Förderart: Prototyp

Geschichte aus nächster Nähe erleben: Mit „QuantumTravels VR – Episode Stuttgart1900“ reist man in das Stuttgart der Jahrhundertwende. Das Projekt ist Teil eines flexiblen, dynamisch veränderlichen VR-Freizeit-Erlebnisses mit erweiterbaren Inhalten. Als Zeit-Raum-Maschine kombiniert es erprobte Erzählmuster mit neuen virtuellen Präsentationsweisen.

VR Pigeons | 19.000 Euro
Studio Seufz GbR, Stuttgart
Förderart: Produktion

VR Pigeons ist ein humorvolles VR-Game für Smartphones mit intuitiver Steuerung. Die Spielenden schlüpfen in die Rolle von Tauben und wetteifern um Brotkrumen im Park. Um vorwärts zu kommen, müssen sie die ruckartigen Kopfbewegungen einer Taube imitieren. Diese ungewöhnliche Nutzung der VR-Brille macht das Spiel zum sportlichen Erlebnis und sorgt für Unterhaltung bei den Zuschauer*innen.

Quelle: MFG Baden-Württemberg

Mehr Infos:

Digital Content Funding 

 

Kontakt

Iris Harr
Iris Harr

DCF / Produktionsförderung

Unit Filmförderung / Unit Kultur- und Kreativwirtschaft

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