Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Creative Commons: Was steckt dahinter?

Ein kleiner Einstieg in die Welt der freien Lizenzen in den digitalen und sozialen Medien

Copyright Symbol
Das Urheberrecht schützt geistiges Eigentum. | Bild: Pixabay / The Digital Artist

Digitale Medien leben davon, dass ihre Nutzer sich untereinander austauschen sowie Inhalte erstellen und diese teilen. Weblogs, Videoportale und soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram sind jedoch keine rechtsfreie Zone – das Kreieren und Teilen von Content kann sich schnell urheberrechtlich bedenklich gestalten. Auch wenn sich die meisten Nutzer solcher Plattformen in der Regel wohl kaum Gedanken um die rechtlichen Konsequenzen ihrer Handlungen machen, ist eine Urheberrechtsverletzung schnell begangen. 

Die juristische Beziehung zwischen einem Werk und dessen Schöpfer wird durch das Urheberrecht geregelt. Das Urheberrecht gilt immer. Will jemand etwa ein Bild oder Video verbreiten oder bearbeiten, benötigt er dafür in der Regel das Einverständnis des Urhebers. Zwar hat dieser die Möglichkeit, einzelne Lizenzverträge zu schließen, die Einzelpersonen bestimmte Rechte verleihen, doch gestaltet sich dies häufig recht umständlich. Das gilt insbesondere dann, wenn der Urheber die Nutzung seines Werkes grundsätzlich in bestimmter Weise erlauben möchte. Eine komfortable Lösung kann das Lizenzsystem von Creative Commons (CC) darstellen.

Creative Commons – Lizenzen mit System

Bei Creative Commons handelt es sich um eine gemeinnützige Organisation, die seit dem Jahr 2001 Standard-Lizenzverträge veröffentlicht. Auf diese Weise ist es dem Urheber möglich, dieNutzungsrechte für die Verwendung seiner Werke festzulegen. Hierbei ist es unerheblich, ob es sich bei dem entsprechenden Werk um ein Bild, ein Video oder einen Song handelt. Eine bestimmte Lizenz kann also medienübergreifend gelten. Ziel dieses Systems ist der schnelle und einfache Austausch kreativer Werke durch standardisierte Methoden bei gleichzeitiger Einhaltung des Urheberrechts. 

Durch CC-Lizenzen wird sichergestellt, dass der Urheber bzw. Lizenzgeber auch dann noch erkennbar bleibt, wenn sein Werk kopiert oder verbreitet wird. Die genaue Ausgestaltung der Nutzungsrechte kann der Urheber selbst bestimmen. Daraus ergeben sich für einzelne Lizenzen verschiedene Codes, die kennzeichnen, wie ein Nutzer mit dem entsprechenden Werk verfahren darf. Sprachbarrieren, die bei einzelnen Lizenzverträgen außerhalb des Creative-Commons-Systems auftreten können, entfallen somit. CC-Lizenzen sind weltweit einsetzbar und gelten solange, wie das Urheberrecht selbst Anwendung findet. 

Verschiedene Ausgestaltungsmöglichkeiten

Eine Creative-Commons-Lizenz besteht üblicherweise aus verschiedenen Rechtemodulen, aus deren Kürzeln sich wiederum der Lizenz-Code ergibt. Anhand des Codes kann auch ein Nutzer, der nicht über umfassendes rechtliches Wissen verfügt, sofort erfassen, welche Nutzungsrechte ihm mit einer bestimmten Lizenz eingeräumt werden. Der Urheber kann aus vier verschiedenen Rechtemodulen diejenigen wählen, die für die Nutzung seines Werks gelten sollen. 

Will der Lizenzgeber einen Nutzer dazu verpflichten, seinen Namen als Urheber bei der Verwendung eines Werkes zu nennen, enthält der Lizenz-Code das Kürzel „BY“. Soll die kommerzielle Verwendung eines Werks unterbunden werden, wird das Kürzel „NC“ verwendet. Darf das Werk nicht verändert werden, kennzeichnen die Buchstaben „ND“ diese Vorgabe. Das Kürzel „SD“ verpflichtet den Nutzer schließlich dazu, ein bearbeitetes Werk unter der gleichen Lizenz zu verbreiten. Wenngleich theoretisch mehr Kombinationsmöglichkeiten möglich sind, bietet CC lediglich sechs verschiedene Verbindungen dieser Module an – die sogenannten Kernlizenzen. 

Von offen bis restriktiv

Die einfachste und offenste Lizenz, die ein Urheber unter Creative Commons vergeben kann, ist die der einfachen Namensnennung: CC BY. Diese erlaubt dem Nutzer, das entsprechende Werk zu verbreiten und zu bearbeiten und es auch für kommerzielle Zwecke zu verwenden. Lediglich der Urheber des Originals muss genannt werden. Die restriktivste der Kernlizenzen und somit die direkte Vorstufe zu „All rights reserved“ ist die Lizenz CC BY-NC-ND. Unter dieser ist lediglich die nicht kommerzielle Verbreitung des ursprünglichen, nicht bearbeiteten Werks möglich. Der Name des Urhebers muss in jedem Fall genannt werden. 

Obwohl die Lizenz CC BY die größtmögliche Offenheit der Standardlizenzen bietet, besteht für den Urheber auch die Möglichkeit, ein Werk als gemeinfrei zu kennzeichnen. Das wird durch die Bezeichnung „CC0“ erreicht, die darstellt, dass für das jeweilige Werk kein Copyright gilt. Es handelt sich hierbei also um eine Art „Un-Lizenz“, da der Urheber in diesem Fall weltweit auf alle Rechte verzichtet und die Verbreitung und Bearbeitung des Werks gestattet – auch zu kommerziellen Zwecken. Die Nutzung des Werks ist für einen Nutzer dementsprechend möglich, ohne den Urheber nennen oder diesen um Erlaubnis bitten zu müssen. Das Werk wird somit in die Public Domain entlassen, wobei der Urheber in der Regel keine Haftung für dessen Nutzung übernimmt, sofern nicht anders angegeben.

Rechtliche Themen bei der MFG Akademie

Die MFG Akademie bietet immer wieder Fortbildungen zum Thema Rechte und Lizenzen an. Als nächstes findet am  7. Februar 2019 im Kreativzentrum EMMA in Pforzheim das Seminar „Rechtlicher Schutz für kreative Leistungen“ statt. Es folgen „Recht im Online-Marketing, Mobile und Social Media“ am 20. Februar im K³ Kultur- und Kreativwirtschaftsbüro Karlsruhe sowie „Alles, was Recht ist“ am 27. März in den Räumen der MFG in Stuttgart.

Quelle: Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V.

Mehr Infos:

Urheberrecht.de
MFG Akademie

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