Sammlung digital

Linden-Museum

Worum geht es in eurem Projekt?

Im Rahmen des Programms Digitale Wege ins Museum II hat das Linden-Museum eine digitale Sammlung erstellt, die als Präsentations- und Kommunikationsplattform zum zentralen virtuellen Zugang zu den umfangreichen Beständen des Museums wird. Als notwendige Basis für partizipativ angelegte digitale Projekte spricht diese Plattform – zunächst zweisprachig auf Deutsch und Englisch – vielfältige Nutzergruppen an. Sie fördert den Austausch mit Wissenschaftler*innen und Interessierten der verschiedenen Herkunftsgesellschaften der Ausstellungsstücke ebenso wie den Dialog mit der lokalen Stadtgesellschaft.

Im transparenten, verantwortungsvollen Umgang mit dem kolonialen Erbe werden dort auch die Methoden und Ergebnisse der Provenienzforschung sichtbar gemacht. Die Sammlung digital flankiert und vertieft auf diese Weise das von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Projekt „Provenienz, Partizipation, Präsentation: Wege in die Zukunft des Linden-Museums Stuttgart“.

Ab Herbst 2020 werden erste Objektgruppen unter besonderer Berücksichtigung der Provenienzforschung ausgespielt.

 

Für wen ist das Projekt und was ist der Mehrwert für das Haus?

Die digitale Erschließung der Sammlungsbestände ermöglicht nicht nur einen transparenten Zugang zu den Objekten des Museums, sondern auch neue digitale Formen der Kommunikation und Vermittlung, zum Beispiel in Form von Digitorials, Blogs oder Multimediaguides. In den nächsten Jahren sollen deshalb verschiedene kuratierte digitale Angebote erprobt, umgesetzt und verstetigt werden. Die Einbeziehung der lokalen Nutzer*innen aus der Stuttgarter Stadtgesellschaft liegt dem Linden-Museum dabei genauso am Herzen wie der ständige Dialog und Austausch mit Vertreter*innen der Herkunftsgesellschaften auf Augenhöhe.

 

Welche wichtigen Lessons Learned haben sich bisher ergeben?

Das Projekt beschleunigt andere Maßnahmen zur Digitalisierung und stößt Prozesse des Change Managements an, daher ist die Umsetzung sehr personal- und kommunikationsintensiv. Zudem sind zahlreiche neue digitale Bedarfe finanziell und zeitlich einzuplanen, darunter Anschaffungen im Bereich Hard- und Software, aber auch Aspekte wie digitale Barrierefreiheit und Rechtemanagement. Zur Erleichterung von Arbeitsabläufen gilt es, Synergien und maschinelle Unterstützung zu nutzen. Beispielsweise haben wir gemeinsam mit dem Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) bereits einige Tests mit maschinellen Übersetzungsprogrammen durchgeführt. Dabei lernten wir unter anderem, dass die Texte eher einfach strukturiert sein sollten und unsere Kurator*innen die Übersetzungen vor der Freigabe unbedingt prüfen müssen – auch wenn die Programme immer besser werden, lassen sich komplexe kulturelle Hintergründe, Zusammenhänge und Begriffe meist nicht 1:1 übersetzen.

 

Wie geht es weiter?

Das Projekt wird bis einschließlich Dezember 2020 vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) gefördert und befindet sich momentan noch in der Konzeptionsphase. Erste Ergebnisse werden im Herbst veröffentlicht. Weitere Sammlungsteile werden in den nächsten Jahren folgen.

 

Was ist eure wichtigste Erkenntnis?

Mit der digitalen Erschließung unserer Sammlung erweitern wir das Linden-Museum in den digitalen Raum und schaffen so eine wichtige Grundlage für künftige digitale Projekte. Wir freuen uns darauf, die faszinierenden Gegenstände aus der ganzen Welt mit ihren Geschichten einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen und die Sammlung gemeinsam neu zu entdecken.

 

Kontakt

Katharina Rohne (Projektkoordination Online-Datenbank)

Email: rohne@lindenmuseum.de

Webseite: www.lindenmuseum.de